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Autoren:

Dr. Miriam und

Dr. Christian Ude

 

Fachapotheker für Arzneimittelinformation, Stern Apotheke Darmstadt sowie Lehrbeauftrage an der Goethe Universität Frankfurt am Main

 

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Das Familienmagazin für Darmstadt und Umgebung

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Die Hausapotheke erklärt

 

Teil 2: Analgetika

 

In jeder Hausapotheke befinden sich in aller Regel auch Schmerzmittel, so genannte Analgetika. Neben den Wirkstoffen Paracetamol und Ibuprofen findet sich dort häufig auch Acetylsalicylsäure, die oft mit ASS abgekürzt wird.

 

Die Einsatzgebiete dieser Wirkstoffe in der Selbstmedikation reichen von Kopfschmerzen über Muskel- und Gelenkschmerzen bis hin zu kleineren Verletzungen oder Fieber wie bei grippalen Infekten.

 

Keinesfalls sind alle diese Wirkstoffe aber auch für die ganze Familie geeignet. Beispielsweise eignet sich Acetylsalicylsäure (Aspirin® und entsprechende Generika) nicht für eine Selbstbehandlung bei Kindern. Im Rahmen einer Selbstmedikation ist ASS aufgrund potenzieller unerwünschter Arzneimittelwirkungen (= „Nebenwirkungen“) bei den „kleinen Patienten“ nicht geeignet. Nehmen Kinder diesen Wirkstoff ein, ist besonders das Auftreten des so genannten Reye-Syndroms gefürchtet und gefährlich. Das Reye-Syndrom führt zu einer Schädigung der Mitochondrien („Zellkraftwerke“) und damit zu einer Schädigung von Leber und Gehirn.

 

Keinesfalls darf jedoch der ärztlich überwachte Einsatz von ASS bei Kindern unter 12 Jahren ausgeschlossen werden. Auch junge Patienten können ASS in bestimmten Ausnahmefällen bekommen, aber eben nicht im Rahmen einer Selbstbehandlung.

 

Für eine Selbstmedikation bei den oben beschriebenen Symptomen wie Schmerzen und Fieber bei den jungen Familienmitgliedern stehen mit Paracetamol und Ibuprofen zwei Wirkstoffe in kindgerechten Applikationsformen, wie z.B. Saft oder Zäpfchen, und mit einem besseren Nutzen-Risiko-Verhältnis zur Verfügung.

 

Bei höherem Fieber werden Ibuprofen und Paracetamol oft wechselweise alle sechs Stunden verabreicht, um die Fiebersenkung besonders schnell und effektiv zu erreichen. Grundsätzlich ist dabei vor allem darauf zu achten, dass die Tages-Höchstdosen nicht überschritten werden und damit keine Überdosierungen erreicht werden.

 

Außerdem ist die klinische Wirksamkeit für eine solche Kombination nicht abschließend geklärt, weswegen ein entsprechend kombinierter Einsatz nur in besonders schweren Fällen und nach ärztlicher Rücksprache erfolgen sollte.

 

Fazit: ASS ist in der Selbstmedikation bei Kindern grundsätzlich zu unterlassen; unter strenger ärztlicher Überwachung ist es jedoch möglich, diesen Wirkstoff auch Kindern zu verabreichen. Paracetamol und Ibuprofen zeichnen sich besonders durch kindgerechte Darreichungsformen aus.

 

Für Fragen rund um einen Einsatz und vor allem auch für den kombinierten Einsatz stehen Arzt und Apotheker gerne zur Verfügung.

 

 

 

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